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Es gibt sie auch im «Da Gerardo», die Pizza Margherita. Der Klassiker mit Tomaten, Mozzarella, Basilikum und königlicher Geschichte – er soll 1889 anlässlich eines Besuchs der italienischen Königin Margherita in Neapel kreiert worden sein – ist die Nummer 1 auf der Pizzakarte. Daneben gibt es weitere Klassiker wie Napoli, Quattro Stagioni oder Calzone, die meisten der fast fünfzig Pizze aber tragen Namen wie Toni, Claudia, Anna, Silvia, Corrado oder Alex.

Es sind die Namen von Stammgästen, Freunden und Familienmitgliedern. «Jeder hat seine Vorlieben, und wenn die auch andern schmecken, lassen wir sie im Angebot», sagt Wirt Gerardo Fierro. Dass neben der Königin vor allem die eigenen Gäste die Karte prägen, ist bezeichnend für das «Da Gerardo». Das Lokal mit der grossen Fensterfront ist ein wunderbar unspektakulärer, ungekünstelter Italiener, der es nicht nötig hat, krampfhaft auf Italianità zu machen. Denn er ist Italianità. Der Pizza-Duft ist das erste, was den Gast empfängt. Der Ofen steht im Lokal, weil es sich so gehört und geschätzt wird – und nicht, weil da jemand eine Italiener-Show abziehen möchte.

Von Avellino nach St. Gallen

Die Familie Fierro stammt aus Avellino südlich von Neapel, ist aber seit über zwanzig Jahren in der St. Galler Gastronomie tätig, zuerst im Hagenbuch-Quartier, seit 2007 an der Langgasse. Das Lokal ist stimmungsvoll, aber einfach eingerichtet. Es gibt zwei lichtdurchflutete Räume, einen schlichten Holzboden, viel Weiss und grossformatige Fotos mit Zypressen, Cinquecento und Römer Strassenmärkten. Ganz einfach einladend – und fern jeder falschen Korbflaschen-Romantik.

Die 47 Pizze, alle in den drei Grössen klein, gross und Family zu haben, sind das Rückgrat der Speisekarte. Die hält aber auch eine schöne Auswahl an Spaghetti, Penne, Tagliatelle, Gnocchi, Cannelloni und Risotti bereit (ebenfalls klein und gross). Dazu kommen Minestrone, Salate und Antipasti sowie Fisch- und Fleischgerichte. Auch für das Angebot gilt: unspektakulär, aber stimmig.

Unkompliziertes Zulangen

Wir beginnen mit einem grünen Salat (6.–/7.50) und freuen uns an der typischen säurebetonten Rotweinessig-Sauce. Dann lassen wir uns einen grossen Antipasto italiano (18.50) servieren. Die Platte mit Rohschinken, milder und scharfer Salami, Coppa, Parmesan und Oliven kommt in die Mitte des Tisches, dazu zwei kleine Teller fürs unkomplizierte Zulangen. Die Gnocchi al Gorgonzola (14.50/ 17.50) überzeugen mit cremiger Sauce, die Scaloppine al limone mit Spinat (32.50) sind beste Trattoria-Küche mit Ferien-Gefühl abseits der Touristenorte.

Die Weinkarte ist eine Tour d'horizon durch die Weinregionen Italiens. Der Taurasi Campania 2004 aus hundert Prozent Aglianico-Trauben (55.–) ist eine schöne Entdeckung.

Unser Eindruck: Das «Da Gerardo» ist ein sympathischer, familiärer Quartier-Italiener, der die Fahrt hinaus aus dem Stadtzentrum lohnt.

(+41) 71 553 11 03